Zuschrift vom 01.12.2008
Liebe Pia und lieber Rudi,
eigentlich ganz ungeplant sind wir vor gut einem Jahr zu unserer Sheela gekommen. Unsere Setter/Hovawart-Mix-Dame fiel uns beim regelmäßigen Gassigehen im Tierheim nicht sonderlich auf. Brav drehte sie mit uns ihre Gassi-Runden und ging dann still und brav wieder in ihren Zwinger zurück. Folgsam war sie, daher durfte sie auch oft ohne Leine laufen. Auf Nachfrage im Tierheim, warum diese "brave Hündin" denn überhaupt hier sei, bekamen wir zur Antwort, sie sei sehr scheu und aus diesem Grund nach einem Vermittlungsversuch innerhalb von zwei Tagen wieder zurück ins Tierheim gekommen. Nachdem wir mitbekamen, dass sich schon wieder jemand für den Hund interessierte, sich aber nicht traute, damit alleine spazieren zu gehen, schalteten wir uns ein. Die junge Familie, die bis dato noch keinen Hund besaß, liess von dem Interesse ab und somit blieb dem Hund ein ähnliches Szenario erspart. Die Hündin war uns schon sehr ans Herz gewachsen. Gegen alle Vernunft (wir waren berufstätig) nahmen wir sie in unseren Familienkreis auf. Heute können wir ruhigen Gewissens bestätigen, dass unsere damalige Handlung, uns für diesen Hund einzusetzen, richtig war. Denn erst Zuhause zeigte sich, wie schlecht man diese Hündin wohl früher behandelt haben musste. Wenn sich eine fremde Person Sheela näherte, fing sie an zu drohen. Zuhause wollte sie niemanden reinlassen. Beim geringsten Geräusch reagierte sie sehr schreckhaft. Selbst, als ich die Hand hob, um meine Haare zu binden, ging sie zu Boden und unterwarf sich. Besonders schlimm war der Abendspaziergang. Geräusche, Lichter und Dunkelheit - das erschreckte Sheela zutiefst. Wir konnten auch in keines unserer Stammlokale mehr gehen, denn hier wurde sie – sobald sich ein Ober/Bedienung näherte - richtig laut. Besonders aggressiv wurde sie, betraten dann noch Hunde das Lokal. Dann bekamen wir den Tipp von der Hundeschule Pia Manger-Gallner. Diese kam erst einmal zu uns nach Hause und gab uns viele nützliche Tipps und Ratschläge. Beim nächstmöglichen Hundekurs waren wir dabei. Dort lernten WIR, mit unserer Sheela richtig umzugehen.
Heute kann Sheela Fremde akzeptieren und tolerieren. Doch niemals wird sie von selbst freudig auf diese zugehen. Dafür ist sie zu sehr traumatisiert (das hast Du, Pia, sofort erkannt). Aber wir können nun abends in Ruhe Spazieren gehen. Wir können wieder all unsere Lokale besuchen. Brav legt sich Sheela unter den Tisch und schläft. Sollte ein Hund in die Nähe kommen, akzeptiert sie dies nach einem kurzen "Knurren". Sie läuft, spielt und tobt gerne, besonders mit anderen Hundedamen. Auch im Winter- und Sommerurlaub hat sie sich gut benommen. Es hat viel Geduld, Arbeit und auch Geld gekostet, doch wir haben das gerne investiert und alle, die Sheela wirklich kennen, lieben sie.
Liebe Pia und Rudi - nochmals ein ganz ganz herzliches Dankeschön für Eure schnelle Hilfe und die vielen geduldigen Ausflüge und das tolle Training!
Liebe Grüße, Christine, Helli, Sheela
