Zuschrift vom 30.07.2007
Ein Wolf wie kein Anderer…
Nachdem ich schon seit 15 Jahren mein Leben immer mit mindestens 2 Irischen Wolfshunden teile, dachte ich nicht, dass mich einer dieser wunderbaren Hunde noch vor solche Rätsel und erzieherische Schwierigkeiten stellen könnte. Bis zu dem Tag als Kirk - übrigens mein 8. Irish Wolfhound - in unser Haus einzog. Er akzeptierte schnell die vorhandenen Wölfe „Branwen“ und „Conlan“ und kam auch mit den Katzen gleich gut zurecht. Bisher haben sich unsere Wölfe immer zu zuverlässigen, sanften und unkomplizierten Hunden entwickelt. Nicht so Kirk. Er hatte von Anfang an Probleme, wenn sich Ihm fremde Menschen näherten. Er war in seinen Gefühlswelten absolut überzogen, himmelhoch jauchzend und dann absolut panisch und kopflos, immer im Galopp unterwegs und meistens hektisch. In der Hundeschule, die ich zuerst mit ihm besuchte, verstärkte sich dieses Problem zunehmend. Es wurde dort nur mit Druck, Leinengerucke und Kommandoton agiert. Das ganze nur immer auf einem eingezäunten Gelände, was den Hunden nicht die Möglichkeit gab, neue Situationen oder Umgebungen kennen zulernen und entsprechend zu verarbeiten. Also trafen wir auf der Suche nach einer besseren Hundeschule auf Pia und Rudi. Kirk benahm sich anfänglich sehr schüchtern und zurückhaltend. Er war mit der Situation, der fremden Umgebung und den ihm unbekannten Menschen so überfordert, dass er nicht mal mit den anderen Hunden spielen wollte, geschweige denn auf irgend etwas, das ich von ihm wollte reagierte, obwohl ihm die Grundkommandos sehr wohl bekannt waren. Doch mit Geduld und der ruhigen, freundlichen Art von Pia und Rudi sowie von den anderen Kursteilnehmern konnten wir die für Kirk so stressige Situation entschärfen.
Wir haben es schließlich so weit gebracht, dass Kirk in der Fußgängerzone von München und in diversen Kaufhäusern „Platz- und Bleib-Übungen“ absolviert und nicht mehr wie ein durchgehendes Rennpferd hin und her schießt. Er hat gelernt problemlos in Straßenbahnen, Bus und U-Bahn zu fahren, er bleibt beim Essengehen brav neben dem Tisch liegen und vieles mehr. Leider hat Kirk noch immer Angst vor unbekannten Menschen. Besonders Kinder fürchtet er sehr. Aber wir haben es geschafft,
dass er nicht mehr panisch davonrennt oder knurrt, sondern sich in die Situation, wenn auch mit Unbehagen, einfinden kann. Ich bin sicher, dass wir auf dem Hundeplatz nie soweit gekommen wären. Pia hat mir viel Ruhe und Sicherheit im Umgang mit dem „wilden Spinner“ vermittelt, dafür sind wir Ihr und Rudi sowie den anderen Kursteilnehmern (die Kirk nie bedrängten und ihm so die Wahl ließen sich Ihnen von selbst zu nähern) sehr dankbar. Ich kann also nur jedem raten bei der Wahl der Hundeschule sorgfältig zu sein. Es ist unter Umständen nicht die beste Wahl, die örtlich naheliegendste Schule zu besuchen und es ist auch nicht der Trainer mit dem höchsten Entertainment oder protzigem Equipment derjenige, welcher wirklich etwas von Hundeerziehung versteht.
Liebe Grüße von Sabine und den Höhenkirchner Wölfen
